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Der diabetische Fuß

Ihr Arzt hat bei Ihnen einen diabetischen Fuß diagnostiziert. Dies hat er erkannt aufgrund verschiedener Veränderungen an Ihrem Fuß, z. B. einer nicht heilen wollenden offenen Wunde.

Wie kommt es zum diabetischen Fuß?
Hauptursachen für die schleichenden Veränderungen am Fuß der Diabetiker sind die Folgeerkrankungen der arteriellen Blutgefäße und des Nervensystems. Nach durchschnittlich zehnjähriger Krankheitsdauer nimmt die unrühmliche Geschichte des diabetischen Fußsyndroms bei etwa 30 % der Patienten seinen Lauf. Dabei unterscheiden wir drei Formen:
1)  Die Neuropathie mit sekundärer Infektion
2)  Die arterielle Verschlusskrankheit mit ischämischer Gangrän
3)  Die Mischform: periphere Neuropathie.
Pathologisch-anatomisch sind dabei alle Strukturen des Fußes betroffen: Neben dem Verschluss der großen Gefäße geraten auch die kleinen Gefäße unter den Druck des entzündlichen ödems und können sich verschließen (Mikroangiopathie). Die Nervenversorgung verschlechtert sich fortlaufend im autonomen, sensiblen und motorischen Bereich (Polyneuropathie). Die Knochen werden spröde oder zerfallen und können zu grotesken Fußdeformitäten führen (Osteoarthropathie). Schließlich kommt es auch zur Atrophie der Weichteile wie Haut, Unterhautfettgewebe und Muskulatur. Das so geschädigte Gewebe ist sehr anfällig für Infektionen, die sich in dem glukosereichen Diabetesfuß sehr schnell und dauerhaft ausbreiten können.

Durchblutungsstörungen

Da gut die Hälfte der Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit auch Diabetiker sind, gibt es entsprechend viele Patienten mit dieser Doppelbelastung. Bei den typischen Verschlüssen im Oberschenkel und Beckenbereich können sich nach gefäßchirurgischen Maßnahmen die Durchblutungsverhältnisse am Fuß oft schlagartig bessern, wodurch eine Wundheilung erst ermöglicht wird. Daneben finden wir beim Diabetiker sehr häufig auch ödembedingte Verschlüsse von Arteriolen und Kapillaren, so dass ein Stoffaustausch der Peripherie verhindert wird, obwohl sich der Fuß dabei durch den verminderten Tonus der Gefäßmuskulatur warm und scheinbar gut durchblutet anfühlen kann. Dieses warme, glukosereiche, aber schlecht durchblutete Gewebe stellt einen idealen Nährboden für Bakterien dar und ermöglicht schon bei kleinen Eintrittspforten, wie z.B. einer Verletzung des Nagelbettes, eine rasche Ausbreitung. Bei autonomer Polyneuropathie verlieren die arteriellen Gefäße ihren Muskeltonus und werden weit gestellt. Dadurch entsteht ein vermehrter Blutandrang auf der venösen Seite, der zum Rückstau, zur ödembildung und Thrombose führen kann. Die starke Verletzlichkeit der Haut stellt in solchen Fällen für den Diabetiker ein hohes Risiko im Hinblick auf Infektionen dar.

Nervenstörungen

Anhaltend erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) führen zu einer Schädigung von Nervenfasern, einerseits als Folge der Stoffwechselstörungen, andererseits durch herabgesetzte Blutversorgung der Nervenstränge. Bei langsam fortschreitender Schädigung der Nervenfasern kommt es zunächst zu Funktionseinbußen der autonomen, dann der sensiblen und schließlich der motorischen Nerven. Besonders an den unteren Extremitäten treten die Folgen dieser Neuropathie als sogenannter Diabetes-Fuß bei etwa 30 % der Diabetiker in Erscheinung. Bei einer Störung der autonomen Nervenfasern finden wir eine verminderte Schweißsekretion (Hypo- und Anhydrosis). Dadurch wird die Haut trocken und rissig und ist mit weißen Hautschüppchen bedeckt. An stärker belasteten Bezirken treten Hyperkeratosen auf. Mit dem nachlassenden Gefäßwandtonus werden die Gefäße maximal weit gestellt. Bei den Arteriolen können gelegentlich auch Gefäßwandverkalkungen im Röntgenbild beobachtet werden (Mönckeberg-Sklerose). Die Schädigung der sensiblen Nervenfasern hat subjektive Missempfindungen, wie Brennen, Kribbeln, Ameisenlaufen und Taubheitsgefühl zur Folge. Typisch ist dabei eine sockenförmige Herabsetzung des Schmerz- und Temperaturempfindens. Da oft auch die Tiefensensibilität vermindert ist, kann bei diesen Patienten ein gestörtes Lage- und Vibrationsempfinden festgestellt werden.

Wie kann man seine Füße schützen?
Das Ziel ist, den Fuß vor einer Schädigung zu bewahren. Diese kann sehr schnell auftreten, wenn eine Neuropathie vorhanden ist, die eine gestörte Sensibilität zur Folge hat. Deshalb muss vermehrt auf die Füße geachtet werden, indem diese täglich visuell kontrolliert werden. Das Tragen von einschnürenden Socken mit Gummizug behindert eine störungsfreie Durchblutung. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass die Socken keine Falten bilden, die einen Ulcus hervorrufen können.
Den Diabetikern stehen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung verschiedene Hilfen zur Verfügung: Die LucRo-Komfort-Diabetikersocken sind im gesamten Sohlenbereich gepolstert und vermeiden mit ihren locker gestrickten Bund eine Einschnürung am Bein. Für die neuropathischen Füße ohne oder mit abgeheiltem Ulkus stehen die LucRo Diabetikerschuhe von Schein zur Verfügung, die dem Fuß besonderen Schutz gewähren. Besonders gefährdete Stellen am Fuß können mit diabetesadaptierten Einlagen vom Fachhandel zusätzlich geschützt werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, den LucRo Diabetikerschuh schon präventiv in der Prophylaxe zu tragen.

Klinische Studie der LucRo-Schuhe
Mit einer fast vier Jahre dauernden klinischen Untersuchung wurde die Wirksamkeit der LucRo-Schuhe zur Verhinderung von wiederholt auftretenden Fußwunden bei Patienten mit höchstem Risiko belegt. Dieser Wirksamkeitsnachweis wurde in 2003 in einer der wichtigsten wissenschaftlichen Diabeteszeitschriften veröffentlicht.

Welche Kriterien erfüllen die LucRo Spezialschuhe?
Der Fuß ist von Person zu Person sehr unterschiedlich. Um im Sinne einer individuellen Schuhversorgung dem diabetischen Fuß im besonderen Maße gerecht zu werden, sind die LucRo-Schuhe von der Firma Schein in vier verschiedenen Weiten erhältlich.
Darüber hinaus besitzt der LucRo-Schuh noch weitere Eigenschaften, um dem diabetischem Fuß den notwendigen Schutz zu bieten:

Schaft
Merkmal Funktion
Hoher Schaftrand gewährleistet den sicheren Sitz der Ferse, auch bei diabetesadaptierten Einlagen
Verlängerte Fersenkappe unterstützt zusätzlich zum Schaftrand die Fersenführung
Polsterung des Schaftes und der Lasche schützt Fußrücken und den Knöchelbereich vor möglichen Druckstellen
Weite Schaftöffnung ermöglicht einen leichten Einstieg
Anatomische Form auch beim Tragen einer diabetesadaptierten Fußbettung (DAF) bleibt der Zehenbereich druckfrei
Obermaterial handschuhweiches Leder (z.B. Lamm, Hirsch) beugt Druckstellen vor
Futter das nahtlos verarbeitete Futter beugt Druckstellen vor

Unterbau
Merkmal Funktion
Sohlenversteifung reduziert Fehlbelastung des Fußes bei dynamischen und statischen Belastungen und gewährleistet einen sicheren Schritt
Ballenrolle erleichtert die Abrollung des Schrittes
Sohle rutschhemmend; ist für weitere Zurichtungen durch einen orthopädischen Schuhmachermeister (OSM) geeignet

Vorderkappe
Merkmal Funktion
Fehlen der Vorderkappe schützt den empfindlichen Vorfußbereich

Der rheumatische Fuß
Ohne Vorwarnung und ohne Altersbeschränkung kann diese Krankheit auftreten. Dennoch weiß man trotz der weiten Verbreitung relativ wenig über das Wie und Warum. Die Rede ist vom Rheuma. Die Medizin kennt über 400 Erkrankungsarten aus dem rheumatischen Formenkreis. In der Orthopädie ist besonders die chronische Polyarthritis, kurz cP genannt, von Bedeutung. Sie zählt aufgrund ihres hartnäckigen und dauerhaft therapiebedürftigen Verlaufs zu den Volksseuchen. Da die Ursachen im Dunkeln liegen, führen auch zahlreiche Therapieansätze ins Leere und lassen den Rheumatiker vielfach verzweifeln. 90 % der Polyarthritiker haben auch Fußprobleme. Die Veränderungen, die den rheumatischen Fuß betreffen, sind geprägt von entzündlichen und destruktiven Veränderungen. Sehr nachteilig ist, dass die Rheumatiker wegen starker Schmerzen oft nicht mehr in der Lage sind zu gehen. Die Versorgung mit LucRo Schuhen verhilft diesen Menschen wieder auf die Beine.

Polyarthritis - mehr als nur eine Fußkrankheit
Die Palette der orthopädieschuhtechnischen Möglichkeiten ist umfangreich und viele Patienten können mit LucRo Schuhen, Einlagen und Zurichtungen versorgt werden, bevor orthopädische Maßschuhe gefertigt werden müssen. Leider ist der Krankheitsverlauf der chronischen Polyarthritis weiterhin fortschreitend und kommt nur selten vor Erreichen erheblicher Deformierungen zum Stillstand (ausgebrannte Phase). Bei aller Konzentration auf die Probleme des Rheumatikerfußes darf nicht übersehen werden, dass die Krankheitsbezeichnung "Polyarthritis" bedeutet, dass viele Gelenke, so auch Knie- und Hüftgelenke betroffen sein können. Hierbei sind im Rahmen von Schuhversorgungen statische Erfordernisse besonders im Hinblick auf den Lotaufbau zu berücksichtigen. Grenzen der Belastung werden da erreicht, wo Schmerzen und Deformität das Toleranzmaß überschreiten.